Hör auf, dir die Frage „Wer bin ich?“ zu stellen.

Es ist schon eine äußerst ver-rückte Zeit. Die sehnsüchtige Suche nach dem „Wer bin ich?“ ist für die meisten ein regelrechter Kampf. Man führt ihn vorwiegend mit und in sich selbst. Antworten auf wichtige Fragen des Lebens wollen gefunden und Hindernisse überwunden werden.

Wären da nicht die vielen Enttäuschungen und Rückschläge, die entstehen, wenn längst verarbeitet geglaubte Themen plötzlich wieder auftauchen. Oder die Unsicherheit, ob gefundene Antworten auch wirklich aus einer Perspektive stammen, die ausreichend groß genug ist. Schließlich will der Weg des Herzens gegangen werden. Und wenn man sich schon die Mühe macht, sich auf einen solchen Veränderungsprozess einzulassen, dann soll er bitteschön auch richtig und perfekt sein. Und dann… ehe man sich versieht, ist der Kampf zu einem Krampf geworden.

Falls du dich hier annähernd wiederfindest, dann rate ich dir dringend: Lass es! Entspanne!  Hör auf, dir die Frage „Wer bin ich?“ zu stellen.

Ich möchte dir mit einer kleinen Wahrnehmungsübung erfahrbar machen, warum du das tun solltest und dir gleichzeitig zeigen, wie du ohne diese Frage viel bessere Antworten bekommst.

Hast du Lust auf ein Experiment?

  • Halte für einen Moment inne. Atme bewusst 2 bis 3 mal tief ein und aus. Dann lenke deine Aufmerksamkeit nach innen und spüre dich in deinem Herzensraum. Tue dies so gut es dir in diesem Moment ohne besondere Anstrengung möglich ist.
  • Jetzt stelle dir die Frage „Wer bin ich?“ und schaue, was in deinem Inneren geschieht. Lass dir Zeit dabei. Schaue genau hin. Bleibe möglichst entspannt. Wie erlebst du dich in Bezug auf die Frage? Bist du verbunden mit ihr oder schwebt sie irgendwo in deinem inneren Raum herum? Findest du einen Ansatzpunkt? Findest du Halt?
  • Wenn du dich nun darauf fokussierst, Antworten zu finden, nimm wahr, wie und wo entstehen sie? An welcher Stelle in deinem inneren Raum erscheinen sie? Wieviel Machen und Tun ist dabei? Wieviel und was gibst du vor? Wie verhalten sich deine geheimsten Wünsche und Hoffnungen? Wie sicher bist du dir mit evtl. gefundenen Antworten?
  • Dann frage dich: „Was ist mein nächster Schritt?“ Reflektiere auf die gleiche Weise. Ziehe ehrliche und aufrichtige Erkenntnisse.
  • Und nun halte wieder für einen Moment inne und atme bewusst 2-3 Atemzüge. Lenke deine Aufmerksamkeit zurück in deinen Herzensraum und sage dir 3 bis 4 mal „Ich bin“. Bleibe dabei mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Herzen und nimm wahr, was geschieht. Beobachte. Lehne dich dabei innerlich zurück und bleibe möglichst entspannt.
  • Wie fühlt sich deine Innerlichkeit an? Wie erlebst du dich in Bezug auf die Feststellung „Ich bin?“ Wie verändert sich das Gefühl für dich selbst? Spürst du Verbundenheit? Was geschieht mit den vielen Fragen, die du hast? Wie getragen bzw. gehalten fühlst du dich?
  • Erkenne den Raum, der hier entsteht und spüre wie Energie deinen inneren Raum füllt. Und nun frage dich: „Was ist mein nächster Schritt?“ Reflektiere und gewinne ehrliche und aufrichtige Erkenntnisse. Was ist mit deinen Wünschen und Hoffnungen? Wie sicher bist du dir mit den evtl. gefundenen Antworten?

Erkenne deutlich den Unterschied zwischen beiden Herangehensweisen.

Wenn du dir die Frage nach dem „Wer bin ich?“ stellst, bleibt die Frage getrennt von dir. Egal wie du dich anstrengst, es lässt sich so gut wie keine Verbindung zur Frage herstellen. Du hast evtl. gemerkt, dass sich dein Innenraum statisch und leer anfühlt. Alle Gedanken und Vorstellungen, die du erzeugst, bleiben eher vage. Du erzeugst sie aus deinen Erfahrungen, Vergleichen, Wünschen und Hoffnungen.

Wenn du genauer hinschaust, ist selten etwas Neues dabei. Du kennst schon alles und ziehst deine Erkenntnisse aus Wiederholtem. Oft bleibst du bei dem einem Gedanken hängen. Denn: „Wenn ich mehrmals auf die gleiche „Idee“ komme, dann muss sie doch richtig sein“ Oder > Fragezeichen.

Ja, das kann sein. Doch bleibt immer eine gewisse Unsicherheit bestehen. Das zeigen mir die vielen Nachrichten, die ich über sämtliche Kanäle erhalte. Zu oft enden sie mit genau diesem Oder?

Und wie gesagt, es ist vermutlich nicht wirklich etwas Neues dabei. Die Folge: Du änderst öfters deine Meinung und damit auch deine Richtung. Wenn ich frech sein darf:

Du taperst im Dunklen.

Das liegt unter anderem daran, dass wir es ersten nicht besser gelernt haben, wir haben die bewusste Verbindung zu unserer inneren Quelle verloren und zweitens hängen wir alles an Rationalem auf. Hierüber habe ich schon sehr oft an anderer Stelle geschrieben, deshalb will ich es hierbei belassen.

Als du dich auf dein „Ich bin“ eingelassen hast, hast du vielleicht gemerkt, dass in dir ein lebendiger Energiefluss entstanden ist. Das war die Energie deines Herzens. Hier ist deine innere Quelle. Sie wurde durch deine bewusste Aufmerksamkeit angeregt und hat deinen Innenraum erfüllt.

Vielleicht konntest du schon wahrnehmen, dass sich hierdurch ein Gefühl der Verbundenheit aufgebaut hat und du dich selbst besser gespürt hast. Vielleicht hast du auch bemerkt, wie sich alles eher dynamisch und beweglich angefühlt hat. Wenn dem schon so ist, dann könntest du ebenso beobachtet haben, dass deine Gedanken nicht mehr so präsent waren und du innerlich ruhiger geworden bist.

Übergang der Wahrnehmung von einem Punkt zum gesamten Feld

Bei der Konzentration auf ein „Ich bin“ verschiebt sich deine Wahrnehmung von den losen und separierten Gedankenpunkten in eine Wahrnehmung für den gesamten inneren Raum. Dir wird dein einheitliche Feld bewusst, von dem du Teil bist. Du und dein Feld sind eine Einheit. Hier braucht es keinen äußeren Anstoß, keine erdachte Konstruktion, kein Machen und kein Tun mehr, und trotzdem geschieht erstaunlich viel.

Wenn du dir Zeit lässt in dieser inneren, erfüllten Verbundenheit die Energien zu genießen und dir keinen Druck aufbaust, dann entstehen aus diesem Feld heraus, das verbunden ist mit deiner Quelle, alle Antworten, die du brauchst. Diese Antworten können dich überraschen, weil sie intensiv, selbstverständlich und tief sind. Nicht selten entwickelst du komplett neue Ideen; Dinge, die du weder kanntest, noch jemals von ihrer Existenz gehört hast.

Es mag sein, dass das ein oder andere dabei ist, was du schon kanntest. Doch im Unterschied bist du dir nun sicher und gewiss. Du kannst auf jegliches „Oder > Fragezeichen“ verzichten. Wenn du nun deine Gedanken beobachtest, sind sie selbst bei phänomenalen Entdeckungen völlig unaufgeregt und entspringen aus einer anderen Tiefe von dir selbst.

Antworten aus der Tiefe deines Seins

Deine Antworten durften aus der Tiefe deines Seins, deines „Ich bin´s“ entstehen. Hier bist du verbunden mit deinem Herzen als das Tor zu deiner Seele. Du folgst deiner inneren Stimme, du folgst deinem Herzen.

Das ist letztlich ein Zustand, den wir in der Meditation üben, um ihn im Alltag zu leben.

Zugegeben, diese Herangehensweise erscheint erstmal fremd, da wir -wie gesagt- Anderes gewohnt sind. Wir müssen diesen Zustand üben und durchaus kommt es vor, dass keine Antworten auftauchen, dass sie später kommen oder wir sie nicht von vornherein verstehen. Doch dieser Zustand lässt uns erfüllt, wach, geduldig und zufrieden bleiben.

Deine Seele verlangt nach ihrem Ausdruck

Über dein Herz erhältst du das Bewusstsein für deine Seelenweisheit. Dein Körper und dein Geist wohnen in deiner Seele. Sie durchdringt alles. So wie dein „Ich bin“ dich selbst durchdringt. Aus der Sicht unseres Tagesbewusstseins bedeutet es, dass wir Vertrauen in unsere eher „indirekte“ Seite aufbauen. Die Seite, bei der sich die Worte im Nachhinein bilden und nicht vorweggehen. Das bedeutet, dass wir immer wieder eine Ungewissheit aushalten müssen, bis sich die Worte bilden. Oft aber können wir sie schon fühlen, auch wenn wir noch nichts verstehen.

In einem solchen Zustand der getragenen Ungewissheit bleiben wir kraftvoll und freudig. Anders als in dem Zustand der chaotischen Unsicherheit. Es ist sehr ermüdend, konstruierten Antworten hinterherzulaufen und nicht wirklich zu wissen, ob man richtig ist.

Vielleicht ist die Dauer der Zeit bis wir unsere Antworten gefunden haben bei beiden Herangehensweisen die gleiche, doch hier sind dann Qualität, Zufriedenheit und Freude wie wir unsere Zeit verbringen und unser Leben gestalten, der große Unterschied.

Seele können wir nicht wie gewohnt verstehen

Paradox oder? Im Grunde müssen wir uns in das Nichtverstehen verlieben. Oder wir sollten das Nichtverstehen wiedererlernen, damit wir alles verstehen.

Da gewinnt der biblische Satz von Jesus „Werdet wie die Kinder“ glatt eine neue Bedeutung. Als Kinder konnten wir in den ersten Lebensjahren keine Worte formen und nicht sprechen, wir waren darauf angewiesen zu fühlen und zu spüren. Das war ganz leicht, denn wir waren mit allem verbunden. Erinnerst du dich?

Meditation hilft dir diesen Zustand zurückzugewinnen.

Einführung in Soulful Meditation

Eine Erkenntnis darüber zu erhalten, wer du bist, ist wichtig und existenziell. Sie kann nicht an der Oberfläche der Gedanken und Wünsche beantwortet werden. Alles das, was wir in Sprache bringen können, bleibt getrennt von uns. In der Meditation findest du Verbundenheit mit dir, deinen Themen und dem Weltlichen. Wenn du möchtest, probiere es gerne aus.

Ich habe einen Online Kurs Einführung in Soulful Meditation entwickelt, der dir einen leichten Start in deine Meditationspraxis schenkt. Er bringt dich in ein Bewusstsein für die Quelle deiner Energie der Liebe und die Sprache deines Herzens. Der Kurs lohnt sich ebenso für Menschen, die schon außerhalb von Soulful Meditation Meditationserfahrung gesammelt haben, denn in dem Kurs wirst du deine Energien nicht nur wahrnehmen, sondern sie direkt einsetzen und konstruktiv nutzen.

Der Kurs ist kostenlos. Also melde dich jetzt gleich an und sammle neue innere Erfahrungen.

Ich freue mich auf dich.
Kun Ya

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